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Hört, Ihr Leut’ 
und lasst Euch sagen,
unsre Glock’ 
hat 10 geschlagen, 
habt Acht auf Feuer
und auf Licht, 
dass unsrer Stadt kein Schad’ geschieht.
Menschenwachen kann nichts nützen, 
Gott muss wachen, 
Gott muss schützen. 
Herr, durch Deine Güt’ 
und Macht, 
gib uns eine gute Nacht.

Mit diesem Ruf beginnt und schließt der Zwönitzer Nachtwächter freitags und samstags seinen nächtlichen Rundgang durch die Innenstadt. Mit flotten Sprüchen sorgt er bei den Schaulustigen und in den Gaststätten für Spaß und Unterhaltung. Eine mitternächtliche Begegnung auf dem Rathausturm bleibt ein einmaliges Ereignis.          Kontakt

Wie alte Schriften aus dem Zwönitzer Stadtarchiv belegen, lässt sich die Tradition des Nachtwächters auf das Jahr 1650 zurückführen. Nach einem verheerenden Brand am 21.05.1687, der fast die ganze Stadt vernichtete (Kirche, Rathaus, Schule, 143 Bürgerhäuser und einige Bauernhöfe), entschloss sich der damalige Rat, einen Nachtwächter zu vereidigen und ihm feste Pflichten aufzuerlegen. Jeden Abend von 21 Uhr bis morgens 3 Uhr machte der Wächter seine Runde und rief an 19 Stellen die Uhrzeit aus. Zu seinen Pflichten gehörten neben dem vorbeugenden Brandschutz die Durchsetzung von Ruhe und Ordnung und die Aufsicht über die "Sprung- und Luststuben". 1879 wurden diese Aufgaben dem Gendarm übertragen und die Stelle des Nachtwächters abgeschafft.



Der am 18.10.1997 erneut bestellte Nachtwächter dient der Ankurbelung des Fremdenverkehrs. Er ist ein liebevoller Werbeträger der aufblühenden Stadt Zwönitz und ist den Einheimischen, aber auch so manchem Gast ans Herz gewachsen. Ihm zu Ehren wurde eigens ein echt erzgebirgischer Branntwein kreiert, der laut Hersteller die wichtigsten Bedürfnisse des Nachtwächterdienstes vereinigt:

"Er schützt vor Nässe und Kälte, ist bitter wie eine Feuersbrunst
und lieblich süß, wie die Auszahlung der Versicherungssumme."