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Lichtmeß in Zwönitz - Besucherrekord beim traditionellen „Licht aus!“

Das Lichtermeer ist erloschen. Am vorletzten Dienstagabend machte der Ruf „Licht aus!“ dem Glanz der tausend Lichter in Zwönitz ein Ende. Tausende waren auch in diesem Jahr wieder in unsere Bergstadt gekommen, um zur Lichtmess am 2.2. gemeinsam mit den Zwönitzern das Ende der Weihnachtszeit zu feiern.

Ein Massenhafter Besucheransturm zur diesjährigen, traditionellen Lichtmeß in Zwönitz.

Im Fokus der Medien. Der mdr Sachsenspiegel war ebenfalls vor Ort um über die Zwönitzer Lichtmeß zu berichten.

Das Stadtzentrum und der Markt ohne den festlichen Lichtglanz. Auf diesen müssen wir nun bis zum Beginn der Hutzentage, Ende November, verzichten.

Bereits seit 1997 brennt der Lichterschmuck in Zwönitz bis in den Februar hinein. Im Jahr 2000 wurde die Lichtmeß das erste Mal öffentlich gefeiert. Damals noch neben der Pyramide, ohne Bühne, dafür aber schon mit den Bergbläsern und dem Zwönitzer Grundschulchor. Auch die Idee mit dem Lichtmess-Essen stammt wohl aus dieser Zeit. Eigentlich war es die Idee des Gewerbevereins, in der gesamten Zwönitzer Gastronomie ein einheitliches Zwönitzer Weihnachtsessen anzubieten. Dies entwickelte sich letztlich zu den beliebten Portionen Riesenbratwurst und Hirsebrei, die als Lichtmessen-Essen bekannt sind und speziell am 2. Februar in allen Gaststätten angeboten werden.

Seither hat die Idee von damals viel Unterstützung bei den Zwönitzern erfahren. Und auch außerhalb der Stadtgrenzen fand der Gedanke um die Lichtmeß-Tradition eine wachsende Zahl an Bewunderern, Befürwortern und Nacheiferern. Vor gut drei Jahren wurde die bis dahin meist Lokal gehaltene Veranstaltung auch weit über die Stadtgrenzen bekannt. Zahlreiche Gäste aus der Ferne reisen seitdem nach Zwönitz um dabei zu sein, wenn bei uns das Licht ausgeht. Aus vielen hundert Besuchern wurden mit einem Schlag weit über eintausend. Und die Zahl wächst stetig weiter. Wer zur Lichtmeß über den Markt schlendert, fühlt sich anhand der Besucherzahlen stark an die Hutzentage erinnert. In diesem Jahr kann man durchaus von einem Besucherrekord sprechen. Bemerkenswert, dass selbst an einem Wochentag so viele Menschen auf den Beinen waren.

Nun kann man über Traditionen denken was man will. Ein jeder ist da individuell. Während der Eine lieber gleich nach dem Jahreswechsel seine Festbeleuchtung und Kartons und Tüten verstaut, pflegt der Andere die Weihnachtstradition bis in den Februar hinein. Das führt seit einigen Jahren zu angeregten Diskussionen in der Öffentlichkeit. Politiker, Vertreter der Kirche und der Medien diskutieren über die Sinnhaftigkeit am Festhalten einer solchen Tradition. Recht schnell unterstellten Medien, dass es hierbei nur um Kommerz ginge. Weit gefehlt! Denn alle die die Zwönitzer kennen, wissen auch um ihre ausgeprägte Festkultur ihrer Stadt. Und da gehört die Lichtmeß nun eben mit dazu. Eine über die Jahre gewachsene Veranstaltung die weit entfernt von einem schnöden Marketing-Gag ist. Natürlich ist es ein positiver Nebeneffekt, dass auch Händler und Gastronomen sich über mehr Kundschaft in den Geschäften oder ausgebuchte Gaststätten freuen dürfen. Das ist wahrlich kein Geheimnis. Allein Die Gastronomie freute sich über 800 Vorbestellungen auf das Lichtmeß-Essen. Elf Gaststätten waren damit ausgebucht. Eine positive Sichtweise wäre durchaus legitim und angebracht. Immerhin sichert jedes Fest, so auch die Lichtmess, ein Stück weit die Existenz und Zukunft der ansässigen Geschäfte und Restaurationen.

Schon am zeitigen Nachmittag sah man Menschentrauben über den Zwönitzer Markt und durch die Seitenstraßen huschen. Ihnen voran der Nachtwächter Matthias Franke, der den meist auswärtigen Gästen in einem Rundgang die Stadt und ihre Geschichte näher brachte. Auch der Markt war zu dieser Zeit in emsiges Treiben gehüllt. Vor der Bühne bereitete sich die Ton- und Lichttechnik vor. Händler, die den Ausschank und die Verköstigung der Besucher übernahmen, schafften ihre Waren heran. Der Duft der ersten Bratwürste lag in der Luft. Kurz vor fünf Uhr waren der Markt und die angrenzenden Straßen schon recht gut mit Besuchern gefüllt. Es galt vor der Bühne einen möglichst guten Platz zu finden. Auf der Bühne spielten sich die Bergbläser der Erzgebirgischen Blasmusikanten warm. Stück um Stück schickten sie die letzten weihnachtlichen Klänge über den Markt. Bürgermeister Wolfgang Triebert übernahm das Zepter auf der Bühne und erinnerte an die gewachsene Tradition der Lichtmeß-Feier in Zwönitz. Zu dieser Tradition gehört auch der Auftritt der Bergbläser und des Chors der Goethe-Grundschule Zwönitz. Ein kleines Jubiläum durfte Wolfgang Triebert sen. feiern. Er steht seit zehn Jahren mit dem Schulchor zur Lichtmeß auf der Bühne. Ihm habe wir auch einige bekannte Lieder zu verdanken, die er zum Anlass der Lichtmeß erschuf. Dies sind unter anderem das Nachtwächterlied und das Lichtmeßlied. Letzteres gibt es auch auf einer Liederpostkarte die sich bestens als Gedankenstütze beim Mitsingen eignete.

Die Chorkinder legten einen klasse Auftritt hin. Die Wehmut über die scheidende Weihnachtszeit wurde von Frohsinn der ersten Frühlingslieder und Gedichte abgelöst. Mit großen Schritten ging es auf sechs Uhr zu. Mit dem Glockenschlag schallte des Bürgermeisters Ruf über den Platz: „Licht aus!“. Ein tiefes, tausendfaches Raunen in plötzlich einkehrender Dunkelheit. Der Lichterglanz war nun vorbei.

Nur langsam löste sich die Menge auf dem Markt auf. Schnell noch ein Erinnerungsfoto mit den Nachtwächtern geschossen und dann geschwind ins Lokal - Bratwurst und Hirsebrei warteten schon. Dort wurde dann vielerorts weiter gefeiert. An den Ständen auf dem Markt, an denen eine Stunde zuvor noch riesige Schlangen standen, war es plötzlich sehr einfach an die auch dort verkauften Portionen des Lichtmeß-Essens heran zu kommen. Eine echte Alternative für diejenigen, die keinen Platz in den Gaststätten gefunden hatten. Erst als der Bauhof gegen acht Uhr anrückte um Bühne und Verkaufsbuden wegzuräumen, wurde es leer und still auf dem Markt. Nun braucht es wieder einige Monate Geduld bis der Lichterzauber die Stadt wieder in einem festlichen Glanz erstrahlen lässt. Erst Ende November,zum Beginn der nächsten Hutzentage, heißt es dann wieder „Licht an!“.