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Fördermittelbescheid sichert Basis für innovationsbasierten Strukturwandel

Ministerpräsident Michael Kretschmer überbringt 7,9 Millionen Fördermittel im Zwönitzer SPEICHER für dessen Umnutzung zum Gewerbe- und Innovationszentrum.

Zum Netzwerktreffen, in dessen Rahmen die Fördermittel an die Stadt überreicht wurden, wurde erstmals die Technologie des 32-Kanal-Raumklangsystems präsentiert und vorgeführt. Diese wurde unter anderem auch in den Soundwänden verbaut, die im Hintergrund zu sehen, das Leipziger Gewandhaus nachgestalten.

Die Atmosphäre ist entspannt, die Präsentation des Raumklangsystems ist beeindruckend. Beeindruckt ist auch Ministerpräsident Michael Kretschmer. Sein Statement: "Innovation hat einen Platz im ländlichen Raum". Im SPEICHER könnte sie eine neue Heimat finden.

Stefan Günther (r.) von der Firma Powertechnik aus Lößnitz, erklärt die von ihm entwickelte Hardware aus Abspiel- und Lautsprechersystemen. Sounddesigner wie die Berlinerin Janne von Busse (2.v.l.) oder der Zwönitzer Dr. Friedrich E. Blunert (2.v.r.) erzeugen für diese Technologie den digitalen Klang, der die Möglichkeiten eines 3D-Hörerlebnisses ausschöpft.

In einem Raum im imposanten, gelb geklinkerten Industriebau aus dem Jahr 1912 - den Zwönitzern als SPEICHER bekannt - ist ein Stuhlkreis aufgebaut. Im Zentrum dieses Raums stehen mannshohe Messewände, zum Teil mit einem Innenpanorama des Leipziger Gewandhauses gestaltet. 40 Unternehmer, Wissenschaftler und kommunale Akteure des Netzwerkes 3D-AUDIO begutachten an diesem 14. Januar das neue, erstmals mit 32-Kanaltechnik ausgestattete Raumklangsystem, welches in diesen Messewänden integriert ist. Zu Gast in dieser Runde ist auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Präsentiert wird eine Weltneuheit, denn was bislang millionenschwer nur aus 3D-Kinos und Soundstudios bekannt war, können die Firmen im 3D-AUDIO-Netzwerk bald für einen Bruchteil der bisherigen Kosten in Serie produzieren. Der Sprecher des Bündnisses, einer der führenden Sounddesigner Dr. sc. Tech. Friedrich E. Blutner, ist vom hohen Potential der neuen Technologie fest überzeugt: "Durch die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten revolutionieren wir die Raumklangtechnik. Wir eröffnen uns neue Märkte in vielen Lebensbereichen, wie zum Beispiel in Bildung, Kultur, Wellness oder auch in der Marken- und Produktkommunikation. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Therapiemethoden, etwa bei Demenz oder dem klanglichen Zusammenspiel der Elektromobilität von morgen."

In der Tat haben erste Tests in Kliniken und Pflegeheimen ergeben, dass sich die positive Wirkung von Musiktherapie mit den 3D-AUDIO-Systemen wesentlich verstärken lässt. Die Netzwerkpartner sind optimistisch, in fünf Jahren mit der Technik aus dem Erzgebirge den Verlauf von Krankheiten wie Demenz oder Aphasie nicht nur zu stoppen, sondern umkehren zu können. Dieselbe Technologie vermag es aber auch, Straßenlärm innerhalb bebauter Gebiete zu modellieren und die künftig gesetzlich geforderten Geräusche von Elektroautos so zu optimieren, dass aus Lärm ein naturnaher Wohlklang wird.

Der sächsische Ministerpräsident kam an diesem Tag nicht mit leeren Händen. Er überreichte dem Zwönitzer Bürgermeister Wolfgang Triebert einen Fördermittelbescheid über 7,9 Millionen Euro. Mit diesen Geldern aus dem Fonds GRW-Infra wird eben dieser SPEICHER in den nächsten drei Jahren von der Stadt Zwönitz komplett saniert und zum Gewerbe- und Innovationszentrum umgenutzt. Parallel dazu hat das 3D-AUDIO-Bündnis ein Förderprojekt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung eingereicht. Mit diesen Mitteln - dabei geht es um ein finanzielles Volumen von ca. 15 Millionen Euro - soll ein Institut für 3D-Audiocommunication im ehemaligen SPEICHER etabliert werden, welches das Gebiet Erzgebirge/Chemnitz zur international führenden Region für Raumklangtechnologie und deren vielgestaltige Anwendungen entwickeln soll. Durch das Verschmelzen beider Projekte erlangt das Innovationszentrum eine überregionale Strahlkraft und hilft somit maßgeblich, im ländlichen Raum einen nachhaltigen, innovationsbasierten Strukturwandel zu erreichen und die Region besonders auch für jüngere Akademiker interessanter zu machen.

Ministerpräsident Kretschmer zeigt sich von den Plänen beeindruckt. Sein Statement während des get together im Stuhlkreis: "Es zeigt, dass Intelligenz und Innovation keine Frage der Postleitzahl sind." Zugleich gab er das Versprechen, ein gutes Wort für die Bewerbung um Fördermittel beim Bund einzulegen. "Ich will, dass der ländliche Raum eine Zukunftsregion ist."