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Katastrophe: Sturmtief „Fabienne“ hinterlässt in Brünlos Spur der Verwüstung

Nicht wenigen Brünlosern war es am Abend des 23. September und auch an den darauf folgenden Tagen sicher zum Heulen zumute. In besagten Sonntagabendstunden zogen Ausläufer des Sturmtiefs „Fabienne“ über Zwönitz und seine Ortsteile hinweg. Nur wenige Minuten dauerte das Unwetter mit ungeheuren Windspitzen und enormem Starkregen an. Gegen 18:35 Uhr kam es zu Stromausfällen, nur kurz darauf rückten alle Feuerwehren aus.

Fabienne
Fabienne
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Von allen Ortsteilen im Stadtgebiet hat es die Brünloser am schlimmsten getroffen. Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch den Ort. Umgestürzte Bäume, Bretter, Dachschiefer, Mülltonnen, sogar Teile von Dächern, Scheunen oder Gartenhäuschen lagen auf Straßen und in den Grundstücken. In einige Häuser waren Bäume gekippt, viele Dächer wurden abgedeckt, manche Dachaufbauten sogar komplett aus der Verankerung gehoben. Ein PKW auf der Volkshausstraße wurde unter einem Baum begraben. Bei allem Unglück eine gute Nachricht: verletzt wurde offenbar niemand. Dennoch, die Bewohner von Brünlos standen unter Schock.

Unmittelbar nach dem Unwetter waren die Helfer der Feuerwehren vor Ort. Über 50 Einsatzstellen zählte man bis Montag in der Brünloser Ortslage. Für die Feuerwehrleute eine Mammutaufgabe. Vom Ausrücken am Sonntagabend, über die ganze Nacht bis 21 Uhr am Montagabend, herrschte Dauerbereitschaft. Trümmer wurden beseitigt, Schadstellen abgesichert und Verkehrswege soweit es ging freigeräumt. Trotzdem sollte es bis zum Montagnachmittag dauern, bis die Hauptverkehrswege durch den Ort wieder sicher befahrbar waren.

Viele Schadstellen kamen jedoch erst mit Anbruch des Tages ans Licht. Bürgermeister Wolfgang Triebert und der Brünloser Ortsvorsteher, Dieter Krebs, machten sich gleich am Montagmorgen ein Bild von den katastrophalen Schäden.

Hervorzuheben ist die große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Brünloser untereinander. "Schon zum Zeitpunkt als wir ausrückten, konnte man aus allen Himmelsrichtungen Motorsägen vernehmen", berichtete der Brünloser Ortswehrleiter Michael Fichtner, der die Einsatzbereitschaft seiner Nachbarn hoch lobte.

Problematisch blieb die Störung des Stromnetzes. Die Versorgungsleitungen waren an mehreren Stellen beschädigt oder vollkommen zerstört. Die Techniker des Energieversorgers zeigten sich nahezu überfordert mit der Lage. Bis zum Montagabend gelang es glücklicherweise, mittels provisorischer Leitungen zumindest einen Teil des Ortes wieder an das Stromnetz anzuschließen. Auch für die Tierbetriebe, wie die Schweinemast oder einen Milchviehbetrieb am Rande des Ortes, konnte mittels Notstromversorgung eine Lösung gefunden werden. Am Dienstagmorgen machte die Stadtverwaltung noch einmal Druck beim Energieversorger. Maßgabe war es, bis zum Abend eine flächendeckende Stromversorgung herzustellen.

Auf dem Dorfplatz neben dem Feuerwehrdepot hatte man inzwischen eine Bruchholz-Sammelstelle eingerichtet. Hier wurden die Überbleibsel des Schadholzes von umgefallenen Bäumen und abgerissenen Ästen zur Entsorgung gesammelt.

Ab Dienstagmittag trat langsam ein Stück Normalität ein, wenn man diesen Begriff überhaupt in den Mund nehmen kann. Denn für viele Betroffene begann ab diesem Moment die Rennerei um Termine bei Handwerksbetrieben, die Dächer, Fassaden und Zuwege wieder herrichten können. Auch Versicherungen waren zu diesem Zeitpunkt gefragt, um auf unkompliziertem Wege die aufgetretenen Schäden zu regulieren.

Doch nicht nur die Brünloser hatten mit Schäden zu Kämpfen. "Fabienne" hat in nahezu allen Ortsteilen ihre Spuren hinterlassen. So erreichten die Stadtverwaltung auch aus Kühnhaide, Zwönitz, Niederzwönitz, Dorfchemnitz und Günsdorf Schadenmeldungen - allerdings in wesentlich geringerem Umfang.

Ein großes Lob und ein dickes Dankeschön soll natürlich an dieser Stelle all jene erreichen, die sich bei der Schadensbeseitigung und den Hilfsarbeiten eingebracht haben. Dies sind in erster Linie die Kameraden der Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet. Nicht wenige von ihnen haben in den ersten Tagen nach dem Unwetter nur wenige Stunden Schlaf gefunden. Aber auch an die große Zahl der freiwilligen Helfer geht dieser Dank. "Es gab nicht wenige, die sich bei uns am Feuerwehrdepot gemeldet haben und fragten, wie sie im Einsatz mit helfen können", hob Ortswehrleiter Michael Fichtner dankbar hervor. Hut ab also vor allen, die als Helfer im Einsatz waren. [red.]

 

Kurz vor Redaktionsschluss erhielten wir noch die folgende Nachricht, die wir unseren Lesern gern mit auf den Weg geben möchten:

Vielen in Brünlos steckt der Schock vom Abend des 23. September dieses Jahres noch in den Knochen. Einige haben wenig, andere mehr verloren, was schmerzlich und ärgerlich ist, aber sich mit der Zeit ersetzen lassen wird. Ich danke Gott, dass Menschen bei uns verschont geblieben sind. In schlafarmen Nächten ist aber für viele noch ein anderes Wunder geschehen. Ich meine nicht die körperlichen Blessuren oder Wunden, die einige sich beim Aufräumen zeitweise zugezogen haben. Ich meine die Hilfsbereitschaft und Solidarität unter den Menschen vorort. Menschen sind wieder näher zueinander gerückt und haben nicht nur an sich selbst gedacht. Als einer der mitbetroffenen Bürger in Brünlos bin ich davon beeindruckt und möchte insbesondere - vermutlich im Namen von sehr vielen - den Kameraden und Kameradinnen der Brünloser Freiwilligen Feuerwehr für ihren unermüdlichen und unkomplizierten Einsatz in vielen Nacht- und Tagstunden danken, wodurch viele grobe Probleme schnell beseitigt wurden.

Pfarrer Pangert