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Ist der Zug für die Bahnlinie Aue – Chemnitz wirklich schon abgefahren?

In den vergangenen Wochen war bereits mehrfach in der Tagespresse zu lesen, dass die Bahnlinie Aue – Chemnitz vor dem Aus stehen würde. Darin stand auch, dass bis Ende 2017 der Betrieb durch die Erzgebirgsbahn vertraglich gesichert sei. Was danach käme scheint ungewiss, denn der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) wolle die Bahnlinie Chemnitz – Aue nach Ende 2017 kappen.

Die Zugverbindung solle ab dann nur noch bis Thalheim reichen. Der Grund dafür sei unter anderem Geldmangel, weil dem Verkehrsverbund zunehmend weniger Regionalisierungsmittel aus dem Topf von Bund und Ländern zur Verfügung stünden. Mittel, ohne die keine Verkehrslinie heutzutage mehr auskäme.

In seiner jüngsten Pressemeldung zum Vergabeverfahren „Dieselnetz Erzgebirge“ bemüht sich der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs um die Klarstellung einiger Fakten, die ein nicht so ganz schwarzgemaltes Bild zeigen.
Die im „Dieselnetz Erzgebirge“ durch die DB RegioNetz Verkehrs GmbH unter dem Namen Erzgebirgsbahn erbrachten Leistungen enden vertragsgemäß zum Fahrplanwechsel 2017/2018. Zum „Dieselnetz Erzgebirge“ gehören neben der Linie Chemnitz – Aue auch drei weitere Strecken. Dies führt nun unweigerlich zur Neuausschreibung des „Dieselnetzes Erzgebirge“. Entsprechend einer Prioritätenliste wird das neue Vergabenetz Erzgebirge der Strecken Zwickau – Johanngeorgenstadt, Chemnitz – Annaberg-Buchholz und Chemnitz – Olbernhau neu ausgeschrieben.
Die Leistungen der bisherigen Linie der Erzgebirgsbahn Chemnitz – Thalheim – Aue wurden deshalb nicht neu ausgeschrieben, da diese Strecke zukünftig in das „Chemnitzer Modell“ integriert werden soll. Dank der neuen Citylink-Fahzeuge führt die Linie dann direkt über das Straßenbahnnetz in die Chemnitzer Innenstadt. Fest steht, dass der Streckenabschnitt Chemnitz – Thalheim Planungen zufolge ab 2018 entsprechend ausgebaut werden soll. Laut Aussagen des VMS wären die Fahrgastzahlen bis Thalheim gut und bis Zwönitz akzeptabel. Erst in der weiterführenden Strecke brechen die Zahlen ein. Somit ist der Ausbau der Strecke nach dem „Chemnitzer Model“ bis Zwönitz für den VMS sehr wahrscheinlich. Ein positives Statement, das die Bahnnutzer hoffen lässt.
Derzeit werden für den Abschnitt Thalheim – Zwönitz verschiedene Lösungen einer Schienenverbindung im Rahmen des Nahverkehrsplans untersucht. Für die Anbindung von Lößnitz und Aue prüft man Alternativen mit einer Busverbindung. Aus diesem Grund herrscht, was die Zukunft der Strecke nach Zwönitz anbelangt, im Moment noch vorsichtiger Optimismus in Zwönitzer Rathaus.
Natürlich ist es auch aus Zwönitzer Sicht sehr schade, dass die Bahnverbindung Zwönitz – Aue damit offenbar totgesagt ist. Letztlich bedeutet dies eine weitere Einschränkung an Mobilität in unserer Region. Zwönitz unterstützt aus diesem Grund auch die Stellungnahme des Städtebundes Silberberg, die mit der Forderung der Erhaltung der Strecke in einstündiger Taktung einher geht und fordert zusätzlich, den einstündigen Zug-Takt mit einem halbstündig versetzten einstündigen Bus-Takt nach Thalheim zu ergänzen. Damit wäre sichergestellt, dass auch die Zwönitzer von einer halbstündigen Nahverkehrsanbindung an die Chemnitzer City profitieren könnten. Dies dürfte sicher auch ein großer Pluspunkt für die Attraktivität des Verkehrsmittels Bahn sein.