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Wenn´s zur Lichtmeß stürmt und schneit… - 20. Jubiläums-Lichtmeß mit neuem Besucherrekord

Als Altbürgermeister Uwe Schneider am 2. Februar 2000 das erste Mal mit der Lichtmeßfeier, vierzig Tage nach dem Heiligen Abend, das Ende der Weihnachtszeit hochoffiziell und feierlich zelebrierte, war Zwönitz mit der neu auflebenden Tradition noch ein wahrer Exot unter den Erzgebirgsgemeinden. Damals wagten sich vergleichsweise nur wenige Zuschauer, damals noch rund um die Marktpyramide, zum Lichtausschalten.

Das Ende der Weihnachtszeit lockte auch in diesem Jahr wieder Massen nach Zwönitz. Unter die Zwönitzer mischen sich viele weitgereiste Gäste, so aus Zwickau, Dresden, Leipzig oder auch aus der Lausitz und aus Brandenburg. Rund 4200 Menschen waren beim Zwönitzer "Licht aus!" mit dabei.

Eine Premiere und zugleich ein gelungener Auftakt, die Mettenschicht zur Lichtmeß mit dem "Erzgebirgischen Stollnblech" in der Trinitatiskirche. Das Publikum, wie auch die Akteure, waren begeistert.

Vergnüglich war auch die Rundgänge mit den Zwönitzer Nachtwächtern. Sie brachten den zugereisten Gästen nicht nur Zwönitz, sondern auch die Tradition der Lichtmeß näher. Sie waren später auch auf der Bühne und in den Gaststuben zu sehen und ein beliebtes Motiv fürs Familienalbum.

Den Abschied der Weihnachtszeit versüßten die Chorkinder der Goethegrundschule mit ihrem Auftritt. Mit dem Lied "Zwäntzer Lichtmeß" machten sie allen Gästen Hoffnung auf einen baldigen Frühling.

Hirsebrei und Bratwurst für alle: Auch die, die es nicht schafften einen der 650 Plätze zum traditionellen Lichtmeß-Schmaus in den Zwönitzer Lokalen zu ergattern, konnten dieses besondere Mahl auf dem Markt genießen, exklusiv am Stand der Zwönitzer Brauerei.

Zum Abschluss ein Tänzchen: Tanzend und in guter Stimmung ging mit dem von den Bergbläsern gespielten Schneewalzer, auf dem Markt die Weihnachtszeit und die Lichtmeß ihrem Ende entgegen.

Doch über die Jahre wuchsen mit der Tradition auch das Interesse der Leute und damit die Besucherzahlen. Seit 2001 gehört ein kleines Rahmenprogramm zum festen Bestandteil der Lichtmeß, von Beginn an mit dabei sind die Bergbläsern der Erzgebirgischen Blasmusikanten Zwönitz/Affalter und der Chor der Grundschule "Johann Wolfgang von Goethe". Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Zahl der Gäste. Inzwischen hatte sich das Zwönitzer Lichtausschalten auch in den umliegenden Städten und Gemeinden herumgesprochen. Ab 2004 gab es zusätzlich die ersten Stände auf dem Markt - zum Abschluss der Weihnachtszeit noch einmal Bratwurst und Glühwein, das war bei den Festbesuchern hochwillkommen. Aus diesem Jahr stammt auch das Lied "Zwäntzer Lichtmeß" von Wolfgang Triebert sen., das seitdem zum festen Repertoire des Grundschulchors auf der Bühne gehört. So wuchs die Gemeinde der Lichtmeß-Gäste zum zehnten Jubiläum 2009 bereits auf über 1000 an. Fünf Jahre später wurde die Zwönitzer Lichtmeß dann überregional bekannt und lockte immer mehr Besucher auch aus Chemnitz, Dresden oder Leipzig. Mit beachtlichen 3500 Gästen erreichte man im vergangenen Jahr einen ersten Besucherrekord.

Dieses Jahr wurde diese Zahl noch einmal übertroffen. Rund 4200 Gäste fanden am vorletzten Samstag nach Zwönitz. Nicht wenige von ihnen kommen schon seit einigen Jahren zur Lichtmeß, viele sind auch bei den Zwönitzer Hutzentagen dabei, wenn die Weihnachtszeit im Erzgebirge erwacht.

Verbunden mit der Zahl der Gäste ist auch das Drumherum gewachsen. So ist unter anderem die Zahl der Händler, die die Gäste mit vielfältigen Leckereien versorgen, beachtlich angewachsen. Das kommt denen entgegen, die nicht zu den Glücklichen gehören, die einen der 650 Plätze bei den Zwönitzer Gastronomen ergattern konnten, um dort das traditionelle Lichtmeß-Essen mit Riesenbratwurst und Hirsebrei zu genießen.

Während sich vor dem Programm zum gemeinsamen "Licht aus!" viele Anwesende den Nachtwächterrundgängen ab den Nachmittagsstunden anschlossen, nutzten andere die letzte Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung "Weihnachten, wie es früher war - eine besinnliche Zeitreise" in der Gebhardtschen Sammlung in der Austelvilla. Wieder andere strömten in die Trinitatiskirche. Die war bis auf wenige Plätze auf den Emporen gefüllt. Vor dem Altar versprach das Blechbläserensemble "Erzgebirgisches Stollnblech" den Gästen einen besinnlichen Ausklang der Weihnachtszeit. Geboten wurde dann auch ein großartiges Programm mit Zugabe und kräftigem Applaus, welches den feierlichen Rahmen der Lichtmeß durchaus bereicherte. Im Publikum befand sich ein glücklicher Pfarrer Michael Tetzner. Nicht nur sein gut gefülltes Gotteshaus oder der gelungene Auftritt der Musiker stimmen ihn zufrieden. Eine ganz besondere Neuerung kam für ihn zur Lichtmeß-Feier genau zur richtigen Zeit: "Seit diesem Kirchenjahr legen die neuen Predigtregeln fest, dass die evangelischen Kirchen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz den zweiten Februar als Weihnachtsabschluss feiern." Dass sich die Trinitatiskirche daher am diesjährigen Traditionsfest beteiligte stand nach der Anfrage der Stadt felsenfest. So erläuterte er freudig den Besuchern vor Beginn des Konzerts, "Es hat sich damit durchgesetzt, was in Zwönitz schon lange Zeit Tradition geworden ist". Begeistert ist auch Hagen Neubert vom "Erzgebirgisches Stollnblech", der im Nachgang das folgende Resümee zieht: "Die Reaktionen der Besucher nach dem Konzert hat uns dies in vielfacher Weise bestätigt und dafür sind wir sehr dankbar. Ich hatte - ehrlich gesagt - schon ein bisschen Bauchschmerzen, wie denn eine Mettenschicht zur Lichtmeß bei den Besuchern ankommt. Aber die Besucher waren ja so fasziniert. Es war so eine wunderbare Stille während des Konzertes - ja es hat einfach ein guter Geist gewirkt".

Inzwischen spürte man auch auf dem Markt den deutlichen Zuwachs an Gästen. Die Händler an den Buden hatten gut zu tun. Die Stimmung war ausgesprochen ausgelassen. Der Lichterglanz, der von Schnee gesäumte Markt und der Duft von Bratwurst, Glühwein und süßem Gebäck in der Luft ließ die Weihnachtsstimmung noch einmal richtig aufleben. Die Bergbläser der Erzgebirgischen Blasmusikanten setzten mit festlichen Klängen dem ganzen noch ein Sahnehäubchen auf. Doch zumindest was den Lichterglanz betrifft, war diese Gesamtkomposition endlich.

Mit dem Auftritt des Zwönitzer Grundschulchors nahte der Moment des Lichtausschaltens. Die Lieder und Gedichte, die die Grundschüler mit viel Begeisterung vortrugen, verabschiedeten inhaltlich die Winterszeit und machten Lust auf einen baldigen Frühling. Und wie heißte es so schön im Text des Liedes "Zwäntzer Lichtmeß"? "Wenn´s zur Lichtmeß stürmt, wenn´s zur Lichtmeß schneit, ja dann ist der Frühling nicht mehr weit" - und der am späteren Abend noch einsetzende Schneefall sollte die Hoffnung noch untermauern.

Damit war eine gelungene Brücke zu dem Moment geschlagen, in dem Bürgermeister Wolfgang Triebert erneut die Bühne betrat. Nur wenige Minuten waren ab da Zeit, den festlich beleuchteten Markt, den prächtigen Weihnachtsbaum in dessen Mitte oder die Weihnachtspyramide im gewohnten Glanz zu bewundern und diese Stimmung einzusaugen. Mit einem gemeinschaftlichen Countdown zählte man die letzten Sekunden herunter, bis das Signal "Licht aus!" über den Platz schallte. Mit der plötzlichen einkehrenden Dunkelheit nahm man Abschied von Weihnachten. Auch die Zwönitzer Nachtwächter, die Wächter des Lichts, stimmten mit ihren zünftigen Versen in den Abschied ein.

Die Bergbläser spielten noch einmal auf und die ersten Gäste eilten in die Zwönitzer Gaststuben zum Schmaus mit Hirsebrei und Bratwurst. Die freiwerdenden Lücken vor der Bühne gaben allen Dagebliebenen Raum für ein vergnügtes Tänzchen zur Melodie des Schneewalzers. Das Steigerlied erklang und wie es sich für echte Erzgebirger gehört, stimmte sogleich der große Chor aller Lichtmeß-Gäste ein und verbreitete damiteine Mischung aus ein wenig Wehmut und Vorfreude zugleich.

In den Wirtschaften der Zwönitzer Gastronomen ging es indes weiter. Hier wurde nicht nur gut bewirtet, sondern ausgelassen weiter gefeiert. Mit musikalischem Programm und den Besuchen der Nachtwächter in den Lokalen verlebte man hier einen stimmungsvoll-fröhlichen Abend.

Auch auf dem nun nur durch die Straßenlaternen beleuchteten Markt ging es bis zum Schankschluss noch weiter. Doch bald kehrte mit Zufriedenheit Ruhe ein. Von da an waren es nur noch 301 Tage bis zum Andreastag, an dem wie in jedem Jahr das Lichtermeer erneut erwacht.