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Wird Zwönitz Modellkommune für „Smart City“, die intelligente Stadt?

Jede volle und halbe Stunde schließen sich die Schranken am Zwönitzer Bahnhof. Die einfahrenden Elektrozüge aus Chemnitz und Aue begegnen sich. Studenten steigen aus und identifizieren sich mit ihrer Zwönitz-Card im wartenden, fahrerlosen Elektroshuttle. Wie von Geisterhand gelenkt fahren sie durch die Innenstadt und steigen am Austelpark aus. Bei schlechtem Wetter forschen sie im bestens ausgestatteten Innovationscampus, dem ehemaligen Speicher. Doch bei diesem herrlichen Sonnenschein nutzen sie die Kreativpunkte im Austelpark, um neue Ideen weiterzudenken. Unmöglich?

In den letzten 15 Jahren hat sich in der Gesellschaft ein starker Wandel hin zu digitalen Prozessen vollzogen. Die Nutzung von Smartphone, Internet, E-Mail, WhatsApp oder sozialen Netzwerken ist für die meisten Bürger zur Selbstverständlichkeit geworden. Dementsprechend verändern sich auch die Herausforderungen an die Städte und Gemeinden. Breitbandausbau, Digitalpakt für die Schulen oder auch gesetzlicher Zwang, Verwaltungsdienstleistungen zukünftig auch online anbieten zu müssen, sind nur einige Schlagworte. Konnte man in der Vergangenheit noch trefflich darüber streiten, ob die immensen Kosten für solche Dinge deren Nutzen rechtfertigen, so lässt sich auch in Zwönitz ein klarer Trend beobachten. So machten zum Beispiel allein in den ersten beiden Tagen der momentan laufenden Briefwahl bereits mehr als 100 Personen von der erstmals angebotenen Möglichkeit Gebrauch, die Briefwahlunterlagen via QR-Code online zu beantragen.

Die Stadtverwaltung hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Speicher", der KEM-Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH und weiteren Partnern eine Digitalstrategie erarbeitet und zu einem Wettbewerbsbeitrag weiterentwickelt. Anfang April teilte das Bundesinnenministerium mit, dass deutschlandweit 50 Modellkommunen gesucht werden, welche unter dem Begriff "Smart City" eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung im öffentlichen Bereich einnehmen sollen. In einer zweijährigen Konzeptphase wird die Erarbeitung einer Smart City-Strategie gefördert. Daran gekoppelt ist eine fünfjährige Umsetzungsphase. Je Modellkommune stehen hierfür mehr als 10 Millionen Euro Bundesförderung zur Verfügung.

Eine Arbeitsgruppe aus Stadtverwaltung, Stadtentwicklungsplanern, Softwarespezialisten, Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts und Vertretern von regionalen Firmen und Schulen haben nun einen aussagekräftigen Wettbewerbsbeitrag mit sehr kreativen Ideen und ambitionierten Plänen entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch. Den Bürgern soll das Leben durch die verschiedenen Arten der Digitalisierung angenehmer gestaltet werden. Zudem sollen in Zusammenarbeit mit produzierendem Gewerbe, Handel, Dienstleistungsbetrieben, wissenschaftlichen Einrichtungen und Schulen hochwertige und sehr gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen und die hierfür notwendigen Arbeitskräfte gewonnen werden.

Am 21. Mai wird um 19.00 Uhr im Mehrzweckraum des Gymnasiums der Wettbewerbsbeitrag dem Stadtrat und interessierten Bürgern vorgestellt. Danach fällt die Entscheidung, ob sich die Stadt Zwönitz als Modellkommune "Smart City" bewerben wird. Wenn ja, dann gilt es, die Daumen zu drücken.