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Zwönitz soll Zentrum für digitale Raumklangtechnologie werden - Firmennetzwerk geht mit Fachkonferenz an die Öffentlichkeit

Bereits in wenigen Jahren könnten 3D-Soundboards aus dem Erzgebirge den Pflegebereich revolutionieren oder auch als Anti-Stress-Aktoren Entspannungssound in den Großstadtlärm bringen. "Unser wichtigstes Sinnesorgan ist das Ohr und genau hier setzt unsere Forschung und Entwicklung an", so Dr. Friedrich Blutner, geschäftsführender Gesellschafter der Synotec Psychoinformatik GmbH und führender Sounddesigner im Rahmen des Thementages zur 3D-Audiokommunikation am 1. Juni in Zwönitz.

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Zahlreiche mittelständige Unternehmer aus der Region Chemnitz/Erzgebirge, namhafte Ärzte und Wissenschaftler haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um abseits der Universitätsstandorte ihre Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam sowohl sinn- als auch menschenorientierte Anwendungen zu entwickeln, welche die Lebensbedingungen in der Region verbessern. Ein wesentlicher Teilbereich ist hierbei die Gesundheitsfürsorge. So sollen im Zusammenspiel mit international renommierten Experten und regionalen Partnern auch neue Therapiemethoden für Patienten mit Tinnitus, Demenz oder auch Parkinson entwickelt werden. Als "sehr spannend" bezeichnete Staatsministerin Barbara Klepsch diese Initiative. "Wir benötigen vor Ort solche innovativen Projekte. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Strukturwandel klug zu bewältigen und gleichzeitig eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, die Alterung der Gesellschaft, zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass technische Möglichkeiten eine gute Ergänzung zur traditionellen Pflege darstellen können und die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich erhöhen helfen", so die Gesundheitsministerin.

Eine zentrale Rolle wird hierbei dem Gebäude des jetzigen Speicher-Fachzentrums in Zwönitz zukommen. Seit etlichen Monaten plant die Stadtverwaltung intensiv den Ankauf der Immobilie und den Aus- und Umbau zu einem innovativen Gewerbe- und Gründerzentrum. Bürgermeister Wolfgang Triebert stellte nun erstmals detaillierte Pläne für einen 3D-Audio-Makerspace vor. Die bestens ausgestatteten Bereiche können stunden- oder tageweise von jedermann gemietet werden und sollen insbesondere Studenten und Startups zukünftig optimale Bedingungen für Forschung und Entwicklung bieten.

Zum Erreichen der hochgesteckten Ziele ist für das Netzwerk eine Forschungsförderung vorgesehen. Wie auf Maß geschneidert passt hierbei das neue Förderprogramm WIR! des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die erste Auswahlstufe wurde vom hiesigen Bündnis bereits gemeistert. Seine Projektskizze gehört zu jenen 32 von 105 eingereichten, die sich für die zweite Stufe qualifiziert haben. Am Jahresende entscheidet dann eine Fachjury darüber, ob das Netzwerk "3D-Audio" die angestrebte finanzielle Unterstützung erhält. Für die ersten zwei Jahre der Umsetzungphase ist dann eine Förderung in Höhe von fünf bis acht Millionen Euro vorgesehen.

Auch für den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz, wäre eine Förderung dieses Projekts sehr wünschenswert. "In meinem Verantwortungsbereich Heimat und Bau setze ich mich für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland, insbesondere zwischen Städten und ländlichem Raum ein. Das Bündnis 3D-Audiokommunikation trägt genau diesem Gedanken ebenfalls Rechnung", so Wanderwitz in seinem Statement zum Thementag.

Am Ende des Thementages sieht man bei den Teilnehmern viele zufriedene Gesichter. Mit neuen Zielen und Ideen tritt man die Heimreise an. Zufriedenheit herrscht auch bei Gastgeber Uwe Müller, dessen Firma EKM bereits heute für die Netzwerkmitglieder elektronische Baugruppen und Komponenten produziert und seine Räumlichkeiten für den Themenabend zur Verfügung stellte.

Und noch am Rande bemerkt: Am Themenabend konnte man zwei bestimmte Ergebnisse eines gelungenen Klangerlebnisses ausprobieren. Zum einen bot das Catering im Buffet Würstchen aus der Fleischerei Mehner, deren appetitliches, knackiges Geräusch als Zielsound von Dr. Blutner mitentwickelt wurde. Und auch das Bier der Zwönitzer Brauerei hat Dr. Blutner in seinen Händen gehabt. Der Sound der Zwönitzer Bügelverschlussflaschen beim Öffnen und beim Ausschank inspirierten ihn zur Entwicklung eines Zielsounds, nach dem eine renomierte Wiener Brauerei ihre Flaschen entwickelte und in Folge dessen ihren Umsatz um 50 Prozent steigern konnte. Erstaunlich also, was Geräusche und Hören alles bewirken kann.