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Das letzte Licht - Zwönitzer Lichtmeß 2020

Ein aufmerksames Publikum lauscht den Posaunenklängen.
Die Zwönitzer Nachtwächter führten Interessierte am Nachmittag durch die Stadt und erzählten dabei allerhand Wissenswertes über Zwönitz und die Tradition der Lichtmeß.
Der Chor der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ sorgt für freudige Unterhaltung auf der Bühne.

Auch stürmisches Wetter und Regen hielten am Sonntag, dem 2. Februar, die interessierten Gäste nicht davon ab, die Weihnachtszeit mit der Zwönitzer Lichtmeßfeier ausklingen zu lassen. Stände mit wärmender Verpflegung, Rundgänge mit den Zwönitzer Nachtwächtern sowie ein Rahmenprogramm mit den Bergbläsern der Erzgebirgischen Blasmusikanten Zwönitz/Affalter e.V. und des Chors der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ sorgten unter anderem für die richtige Stimmung, bevor die Lichter ausgingen. Dabei gab es wieder einige feierliche Höhepunkte.

Der Nachtmittag begann für zahlreiche Gäste mit dem Konzert „Ausklang der Weihnachtszeit“. In einer vollbesetzten Trinitatiskirche erlebten circa 550 Besucher bei freiem Eintritt eine letzte weihnachtliche Aufführung. Auch in diesem Jahr hat dabei das Blechbläserensemble „Erzgebirgisches Stollenblech“ aus Rittersgrün das Ende der Weihnachtszeit mit Tuba und Posaune begleitet. Es erklangen bergmännische, erzgebirgische und geistliche Musikstücke, ergänzt mit Anekdoten und Weisheiten aus der Heimat. Auch die Weihnachtsbotschaft brachten die Musiker den Besuchern nochmals nahe und luden ein, das Licht der Weihnacht über die Feiertage hinaus im Herzen zu bewahren und die Liebe in den Alltag hinein weiterzugeben. Unter schallendem Applaus endete so der musikalische Auftakt des Tages und stimmte die Gäste auf die Lichtmeßfeier auf dem Marktplatz ein.

Vor 2o Jahren, als die Lichtmeß durch Altbürgermeister Uwe Schneider das erste Mal auf dem Zwönitzer Markt gefeiert wurde, war es noch ein kleines Fest. Mit den Besucherzahlen wurde in den kommenden Jahren auch der Umfang der Feierlichkeiten größer. So kamen 2001 das Bühnenprogramm dazu sowie die Verpflegung der Gäste durch die Händler auf dem Markt. Auch in diesem Jahr konnten die Besucher sich ab 14 Uhr mit Glühwein, Bratwurst und Co stärken. Während vor zehn Jahren noch um die 1.000 Besucher die Lichtmeß auf dem Zwönitzer Markt feierten, kamen in diesem Jahr gut 2.500 Besucher trotz der eher widrigen Wetterverhältnisse auf den Markt.

Wer sich die Zeit bis zum Abendprogramm verkürzen wollte, hatte zahlreiche Möglichkeiten. Neben den an diesem Sonntag geöffneten Läden in der Zwönitzer Innenstadt bot auch die Raritätensammlung „Bruno Gebhardt“ unter dem Motto „Spitzenmäßig und kunstvoll hölzern“ in der Austelvilla einen lohnenswerten Zeitvertreib. Zwischen 13 und 17 Uhr gab es hier für Besucher am letzten Tag der zu den letztjährigen Hutzentagen eröffneten Ausstellung nochmals viele  interessante Einblicke in Klöppel- und Schnitzarbeiten. Außerdem boten die Zwönitzer Nachtwächter ab 15 Uhr Rundgänge an. Dabei konnte ein letztes Mal der weihnachtliche Zauber der Stadt bewundert werden. Auch das Wetter machte den Interessierten dabei nichts aus ­– mit bunten Regenschirmen und Jacken ausgerüstet, lauschten sie den Erzählungen der Nachtwächter, die ihnen Zwönitz und die Tradition der Lichtmeß näherbrachten.

Mittlerweile herrschte auch auf dem Markt reges Treiben und immer mehr Besucher fanden ihren Weg nach Zwönitz. Neben Speis und Trank konnten diese an einem Stand auch die begehrten Gewitterkerzen aus der Kerzenzieherei des Klosters Rosenthal, circa 60 Kilometer nördlich von Dresden, erwerben. Nach altem Glauben bringen Feuer und Licht Schutz vor Unheil. Die Kerzen sollen demnach das Haus vor Gewitterschäden schützen und den häuslichen Frieden wahren.

Ab 17 Uhr begann schließlich das Bühnenprogramm. Die Bergbläser der Erzgebirgischen Blasmusikanten Zwönitz/Affalter e.V. begleiteten den Abend mit Musik, während sich die Besucher an den Ständen das Lichtmeß-Essen Riesenbratwurst mit Hirsebrei schmecken ließen oder ein letztes Mal im Dunkeln den Lichterschein der Innenstadt bewunderten. Nach den Bergbläsern kam der Chor der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ auf die Bühne. Neben zahlreichen Gedichten und Gesangseinlagen durfte auch traditionell das 2004 von Wolfgang Triebert senior gedichtete Lied  „Zwäntzer Lichtmeß“ nicht fehlen.

Als Bürgermeister Wolfgang Triebert die Bühne betrat, näherte sich das Bewundern der Lichter dem Ende. Mit einem gemeinsamen Countdown zählten die Besucher von zehn abwärts. Dann hieß es: „Licht aus!“ Der Marktplatz wurde mit einem Mal dunkel, als der große Weihnachtsbaum, die Schwibbögen in den umliegenden Fenstern und auch alle andere Lichter erloschen. Entzündet wurde nun  die große Gewitterkerze auf der Bühne und auch die Lichter in den Laternen der Nachtwächter spendeten ein wenig Licht. Diese, mitsamt dem Nachtwächter-Nachwuchs, verabschiedeten Weihnachten mit einigen Versen.

Doch auch wenn Weihnachten nun vorbei war, gingen die Feierlichkeiten auf dem Markt noch weiter. Bis zwanzig Uhr konnten die Besucher sich noch verpflegen, Gewitterkerzen kaufen oder sich zur Musik der Blechbläser auf dem leerer werdenden Platz bewegen. Die ein oder andere Tanzeinlage war so sicher und der Abend klang langsam aus.

In den Zwönitzer Gasthäusern jedoch ging es noch weiter, zumindest für alle, die daran gedacht haben, einen Platz zu reservieren. Denn auch in diesem Jahr waren die Gaststuben bestens besucht. Auch hier konnten sich die Gäste mit dem Lichtmeß-Gericht Bratwurst und Hirsebrei bewirten lassen. Mit diesem guten Essen, ausgelassener Stimmung und Musik wurde Weihnachten dieses Jahr fürs Erste verabschiedet – zumindest bis zum Andreastag, dieses Jahr am  27. November, wenn es wieder heißt: „Licht an!“ und die Zwönitzer Hutzentage vor der Tür stehen.